Vor Großanlässen wie den Olympischen Spielen, geben viele Länder spezielle Briefmarkenreihen heraus, die nicht erst an Briefmarkenauktionen gesucht werden, sondern sich schon bei der Herausgabe großer Beliebtheit erfreuen. Besonders einfallsreich sind die Designer, wenn die Teilnahme eines Landes an einem großen Wettbewerb, einer Besonderheit entspricht. Wahrscheinlich würden Südafrikaner sofort eine Briefmarke kreieren, wenn sie einen Skifahrer mit Titelchancen stellen könnten. In den Vereinigten Staaten von Amerika, wo praktisch jede Sportart zu Hause ist, erwartet man denn auch eher jedes nur denkbare Bild auf den „Stamps“, wie Briefmarken in den USA genannt werden. Und tatsächlich haben Sportarten von denen die Amerikaner als Begründer gelten, eine große Verbreitung auf den Briefmarken. Baseball zu Beispiel, American Football, Eishockey und Basketball sind die wohl populärsten Sportarten in den USA, deren nationale Finalspiele oft ganz unbescheiden „World Series“, also Weltmeisterschaft genannt werden. Nicht nur die Sportarten an sich werden auf Briefmarken verewigt, sondern auch die bekanntesten Spielerportraits gelangen auf die kleinen Kunstwerke. Nicht selten erlangen Sportgrößen mit den meisten Home Runs im Baseball, oder den meisten Körben im Basketball Heldenstatus und zieren große Werbeplakate, Getränkeflaschen, oder eben Briefmarken.

Es soll sogar Spieler gegeben haben, die mit dem Wert ihrer Briefmarke nicht zufrieden waren und verlangten, man möge ihr Abbild doch bitte mit einem höheren Cent-Wert bedrucken. Ob das nur Geschichten aus der Gerüchteküche sind, weiß niemand genau. Sicher ist nur, dass Football Clubs – in Amerika werden diese Soccer Clubs genannt – im Land der unbeschränkten Möglichkeiten nur ein Mauerblümchen Dasein besitzen. Die Fußballstadien sind nicht sehr gut gefüllt, entsprechend bescheiden fällt die kommerzielle Ausbeute aus, die in Amerika als wichtiges Kriterium gilt, selbst beim Druck einer Briefmarke und beim Briefmarken bewerten. So werden die wenigen Kleinstbilder mit Fußballclubs aus Nordamerika zum begehrten Sammelobjekt für Philatelisten und sind an der Briefmarkenauktion besonders oft gefragt.

Dabei geben amerikanische Fußballclubs einiges an Prominenz her: Lothar Mathäus spielte in Amerika, oder auch David Beckham. Während in Mittel- und Südamerika der Fußball-Weltmeistertitel Uruguays oder die erstmalige Teilnahme Ecuadors im Jahre 2002 Gegenstand von Sportbriefmarken waren, scheint man in Nordamerika kaum Interesse am Runden zu haben, das ins Eckige gehört. So weichen Sammler von Marken bei einer Briefmarkenauktion auf Briefmarken anderer Länder aus, in denen Fußball populärer ist. Wer sich aber an allen anderen Sportarten erfreut ist allgemein gut bedient. Mittlerweile dürfte es keine Sportart mehr geben, die nicht auf einem der kleinen Kunstwerke verewigt wurde. In Asien sehr beliebt sind für uns exotisch klingende Kampfsportarten, während man in Russland gern den patriotischen Heldenstatus präsentiert.

Schließlich sind Briefmarken auch so etwas wie Werbung für das Land, von wo sie kommen. Weil Sport ein gutes Exportgut ist, sammeln auch Philatelisten besonders gerne Marken aus der Sportwelt. Dass nicht alle Sportarten im gleichen Maße vertreten sind ist dabei nur eine zusätzliche Herausforderung, nach den seltenen Sujets zu suchen.