Broschüren helfen Zusammenhänge bei Arthrose und Gelenkschmerz aufzuzeigenHerr Schwarz war Drucker und Stand unter Druck. Ein Auftrag über 4500 Broschüren für die Deutsche Arthose Hilfe stand kurz vor dem Abschluss. Das Layout war soweit fertig, der aufklärende Informationstext positioniert und die Platzierung des Bildmaterials arrangiert. Doch genau an diesem fehlte es nun. Eigentlich war schon alles soweit gelöst gewesen. Herr Schwarz hatte das hiesige Krankenhaus zur Kooperation überreden können. Es war unglaublich, welcher Aufwand betrieben werden musste, um an authentisches Bildmaterial zu kommen. Es bedurfte in der Regel immer der schriftlichen Einverständniserklärung der abgebildeten Patienten, um den Vorgang der Behandlung fotografieren zu dürfen. Das Krankenhaus wollte natürlich auf der sicheren Seite sein. Doch erschien diese bürokratische Absicherung in vielen Fällen auch übertrieben, wie Herr Schwarz fand. Bestand doch die Hälfte des beanspruchten Bildmaterials aus Röntgen- und CT-Aufnahmen. Selbst diese ließen sich nicht ohne schriftliches Einverständnis der abgeleuchteten (bzw. durchleuchteten) Patienten nutzen. Herr Schwarz wollte dies nicht so recht in den Kopf – wen sollte man denn schon darauf erkennen? Herr Schwarz hatte sich aber heldenhaft durch diesen bürokratischen Sumpf gekämpft, alle Kompetenzgeplänkel in Kauf genommen und schließlich einen ganzen Arbeitstag im Krankenhaus verbracht, nur um eine Vorauswahl von sechs Bildern zu arrangieren. Doch dann, fünf Tage vor Abschlusstermin, kam die vermeintlich frohe Botschaft: Ein Zivi hatte die Sammelmappe mit den sechs ausgewählten Bildern versehentlich vertauscht. Herr Schwarz staunte nicht schlecht, als er plötzlich die Bilder einer Hirntomographie in den Händen hielt. Die sechs Bilder indes waren irrtümlich unterwegs zu einem Kongress der namhaftesten Hirnchirurgen Deutschlands. Den Therapeuten der Arthrose Hilfe versicherte Herr Schwarz dennoch, dass alles seine Richtigkeit haben würde. In diesem Moment verfluchte Herr Schwarz jedoch seine Struktur als ein Mann Betrieb, war er doch nun gezwungen selbst von Hannover bis nach Bielefeld zu fahren und die Bilder persönlich zu beschaffen. Der Postweg würde einfach zuviel Zeit in Anspruch nehmen. Also musste Herr Schwarz sich selbst nach Bielefeld begeben, um das Bildmaterial für die Farbdrucke zu beschaffen. Bei dieser Gelegenheit brachte er den Hirnchirurgen auch gleich ihre Bilder mit. Nicht auszudenken, wie peinlich es gewesen wäre, wenn diese hochqualifizierten Ärzte ihrem Kongress begonnen hätten und plötzlich Bilder von alten Frauen mit Arthrose an die Wand geworfen hätten. Sechseinhalb Stunden, zwei Staus und einen beschämenden Auftritt unter den Augen der Hirnchirurgen Elite Deutschlands später hatte Herr Schwarz endlich die Bilder. Dennoch hatte er einen weiteren wertvollen Tag verloren. Mit Hochdruck arbeitet Herr Schwarz an den verbleibenden Tagen am Arrangement der Bilder, um die passenden Bilder in den richtigen Zusammenhang mit Gelenkschmerz und Konsorten zu setzen. Anschließend lief seine Druckermaschine auf Dauerakkord und spuckte in Rekordzeit einen Stapel Broschüren nach dem anderen aus. So konnte Herr Schwarz die Informationsquelle in 45.000facher Ausführung fertig stellen und bekam von einem Arzt des hiesigen Krankenhauses, der die Verantwortung für den Faux Pas des Zivis übernahm, eine Flasche guten Rotwein geschenkt. |